. . STARTSEITE | KONTAKT | IMPRESSUM

Die Flamme tragen von - Frankfurt nach Finchley -

Besuch von Rabbiner Jonathan Wittenberg am 26. Oktober 2010 in Bingen
von Beate Goetz

Rabbiner Wittenberg verharrte lange kniend an den Stolpersteinen vor der ehemaligen Synagoge in der Rochusallee. Er befasste sich intensiv mit den Lebensdaten und dem Schicksal der Bürger, die in diesem Haus gelebt hatten.

Was hat die Feier zum hundertjährigen Jubiläum der Frankfurter Westendsynagoge mit Bingen zu tun? - Rabbiner Jonathan Wittenberg aus London, der in diesen Tagen zu Gast beim Arbeitskreis Jüdisches Bingen war, ist der Enkel des letzten Rabbiners dieser Synagoge vor dem Novemberpogrom von 1938. Mitten in einem Wohngebiet gelegen, wurde das Gebäude zwar geschändet und in Brand gesetzt, aber nicht völlig zerstört. Die Familie des Rabbiners floh nach England.

Eingeladen zu den Feierlichkeiten, war Frankfurt für Jonathan Wittenberg Ausgangspunkt einer ganz persönlichen Wanderung, die ihn in Begleitung seines treuen Hundes Mitzpah an Main und Rhein entlang über Holland zurück nach London führen soll.

Er trägt in seinem Gepäck ein kleines Licht, das er am Ner Tamid, dem Ewigen Licht der Frankfurter Synagoge entzündet hat und das in seiner eigenen Synagoge weiter brennen soll. Wie durch ein Wunder war das Ewige Licht den Nazischergen entgangen und leuchtete weiter, was von den Gemeindemitgliedern als ein Zeichen der Hoffnung empfunden wurde.

Entlang seines Weges will der Rabbiner an ausgewählten Orten mehr über tausend Jahre jüdischen Lebens erfahren und in einen Dialog mit Juden, Christen und Muslimen eintreten.

So stand in Bingen neben der Geschichte der Binger Juden und einem Besuch des jüdischen Friedhofs „Hildegard von Bingen' ganz oben auf seiner Wunschliste.

Dokumentiert wird die Reise von drei jungen Absolventen einer Londoner Filmakademie, die Hund und Herrn im Hintergrund begleiten.

So ganz nebenbei wirbt Jonathan Wittenberg für Sponsorengelder, die sozialen Projekten seiner Gemeinde zufließen sollen.Einzelbesuche