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1999: Ehemalige jüdische Binger zu Besuch

In freudiger Erwartung - und auch ein bißchen Angst
Bericht Binger Wochenblatt vom 27. Mai 1999

Die ehemaligen Binger jüdischen Bürger in ihre alte Heimat einladen zu können, das war noch vor gut einem Jahr nur eine schöne Wunschvorstellung in den Reihen des neugegründeten Arbeitskreis Jüdisches Bingen.

Durch einen enormen Einsatzwillen seiner Mitglieder und auf der Grundlage der finanziellen Unterstützung durch die Stadt Bingen und vieler großer und kleiner Sponsoren ist es möglich geworden, daß vom 2. bis 8. Juni 16 ehemalige Binger Juden mit Begleitung Gäste der Stadt sind: Karl Bermann, Herta Raviv, Siegfried Marx, Anneliese Samter geb. Marx, Suzanne Pepper geb. Herz, Hilda Berger geb. Kahn, Walter Boll, Dr. Ruth Frank, Ruth Greenwood geb. Heyum, Lisa Japha geb. Gross, Stephan Kann, Ellen Pine, Lore Odenheimer geb. Mayer, Arnold Schott, Herbert Brück und Doris Herzberger.

Die erste Begegnung untereinander und mit den Gastgebern findet am Abend des 2. Juni statt. Am Fronleichnamstag empfängt die Oberbürgermeisterin die Gäste auf Burg Klopp. Der Freitag beginnt mit einer Stadtrundfahrt, ab 15 Uhr findet eine 'Offene Begegnung' im Cafe Köppel statt, in deren Verlauf Herbert Brück einen Rückblick halten will. Zu diesem Programmpunkt ist jeder willkommen, der Erinnerungen austauschen oder einfach nur zuhören möchte. Im weiteren Programm ist u.a. am Samstag eine Fahrt nach Mainz geplant (Kiddusch in der jüdischen Gemeinde), am Sonntag ein Besuch des jüdischen Friedhofs und eine Rheinfahrt sowie am letzten Besuchstag ein Gedankenaustausch mit Schülern und Lehrern verschiedener Schulen. Danach geht's nach Ingelheim zu einem Empfang mit dem Landrat.

Aus den dankbaren Briefen, die den Arbeitskreis erreichen, ist zu erkennen, daß die Gäste sich sehr auf das 'Wiedersehen mit Bingen' freuen, besonders wichtig aber ist ihnen die Begegnung mit alten Bekannten nach oft mehr als 60 Jahren. Daß dieser Aufenthalt für die meisten mit zwiespältigen Gefühlen verbunden sein wird, sagen die Worte einer Besucherin aus Israel, die schreibt: 'Ich sehe meiner Reise mit freudiger Erwartung - und ein bißchen Angst entgegen.'