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FAW-Teilnehmer zu Besuch in der ehemaligen Synagoge in der Rochusstraße Bingen

Der Geschichte auf der Spur
14. April 2014: Der Arbeitskreis Jüdisches Bingen gibt Jugendlichen Einblick in die Vergangenheit

BINGEN (red)A.: Rund 20 Teilnehmer einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Bingen, waren Gast des Arbeitskreises Jüdisches Bingen (AKJB). In der Erinnerungs- und Begegnungsstätte in der ehemaligen Binger Synagoge begrüßte der Vorsitzende des AKJB, Hermann-Josef Gundlach, die Damen und Herrn der FAW unter der Leitung von Ottilie Krist und Hans-Helmut Ludewig.
Dr. Hans-Josef von Eyss, stellvertretender Vorsitzender des AKJB, gab mit seiner Präsentation einen Überblick über die Geschichte der Binger Juden, die früher eine große Gemeinde bildeten. Viele angesehene Binger Bürger, darunter auch der Binger Ehrenbürger Dr. Isaac Ebertsheim, von der Bevölkerung Dr. Rüböl genannt, gehör-ten dazu. Berichtet wurde von den 150 deportierten Juden, aber auch von den Binger Juden, die zwar flüchten konnten aber doch noch von den Nazis ins KZ verbracht wurden. Aber auch von den Juden, die es dauerhaft schafften, ins Ausland zu fliehen, wurde berichtet. Gerade mit Letzteren, mit deren Nachkommen, ist der AKJB sowohl in Briefkontakt als auch in Kontakt durch Besuche in Bingen. Die Besucher, die selbst verschiedenen Religionen angehören und auch aus verschiede
nen Herkunftsländen stammen, waren sehr an dem Thema interessiert, was rege Nachfragen zeigten. Gundlach informierte auch darüber, dass in Bingen mittlerweile wieder Juden leben. Sie sind überwiegend aus der ehemaligen UdSSR und haben sich in TIFTUF, dem Förderverein für jüdisches Leben in Bingen heute, organisiert.
Nach dem Vortrag gingen die FAW-Schüler zum Binger Jüdischen Friedhof. Die wenigen dort lagernden Reste der Binger Synagoge, insbesondere der Löwe der früher das Hauptportal zierte und dessen Kopf von Binger Nazis mit Hämmern bearbeitet wurde, fanden ein besonderes Interesse.

Vor dem Eingang zum jüdischen Friedhof versammelten sich die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Foto. In der Mitte die Leiterin der FAW-Gruppe, Ottilie Krist. Foto: AKJB