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Besuche von Nachkommen ehemaliger Binger Juden im Jahr 2015

Laurice Feist Kaminsky und Danielle Feist Kinstlinger

Im Jahr 2015 kamen Laurice Feist Kaminsky und ihre Schwester Danielle Feist Kinstlinger mit Tochter Andrée Kaminsky und deren Ehemann zu einem Besuch nach Bingen.
Siehe Blitzbesuch am Rhein (Bericht von Beate Goetz)

Ron und Marianne Snyder

Bericht von Beate Goetz (Mitglied des Arbeitskreises Jüdisches Bingen)

Ron und Marianne Snyder aus Georgia hatten ihren Besuch für Ende Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Nach einem Aufenthalt in Frankfurt und Mainz und dem Besuch des Straßburger Weihnachtsmarktes wollte man für einige Stunden nach Bingen kommen, um vielleicht das Grab des Urgroßvaters Hermann Schmalz zu finden.
Ron Snyder ist der Sohn von Hilde Stern, Jahrgang 1924, deren Vater Robert Stern zusammen mit Richard Strauß im Englischen Hof, wo heute das Kino untergebracht ist, eine Anwaltskanzlei führte. Robert Stern, der wie Richard Strauß aus Alzey stammte, war mit der Bingerin Martha Schmalz verheiratet, der Tochter des Weinhändlers Hermann Schmalz und seiner Frau Rosa geborene Kahn.
Das Grab des Urgroßvaters war schnell gefunden, er starb 1935 in Bingen. Urgroßmutter Rosa Schmalz wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und überlebte den Holocaust nicht. Robert und Martha Stern und Tochter Hilde flohen 1939 nach Nordamerika. Marthas Bruder Paul Schmalz, der mit der ältesten Strauß-Tochter Ruth verheiratet war, emigrierte schon 1934 mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Holland, später in die USA.
Angeregt durch die vielen Stolpersteine, die Ron und Marianne Snyder in den Binger Straßen vorfanden, beschlossen sie, an Urgroßmutter Rosa Schmalz mit einem Stolperstein zu erinnern; er wurde im Sommer verlegt.

Berta Schustermann de Klimberg und Mauricio Schustermann

Bericht von Beate Goetz (Mitglied des Arbeitskreises Jüdisches Bingen)

Im Februar 2015 kamen die Geschwister Berta Schustermann de Klimberg aus Argentinien und Mauricio Schustermann aus Israel zu Besuch. Sie sind Enkel des Bingerbrücker Viehhändlers Moritz Winkelstein und seiner Frau Julie, die in der Strombergerstraße 13 wohnten, bis das Anwesen 1938 arisiert wurde. Zur Familie gehörten drei Töchter: Auguste, Toni und Jenny. Toni Winkelstein, Jahrgang 1909, die Mutter der Besucher, emigrierte 1937 nach Argentinien, wo sie mit Gerd Schustermann, der einige Zeit in Bingen lebte, eine Familie gründete. Jenny Winkelstein ging 1938 nach Nordamerika. Moritz und Julie Winkelstein und die älteste Tochter Auguste zogen nach dem Verlust des eigenen Hauses in das Haus von Louis Grünebaum in die Rupertusstraße 13. Im Juni 1940 starb Moritz Winkelstein an einem Herzschlag. Kurze Zeit später gingen Julie und Auguste Winkelstein nach Frankfurt zu Verwandten und wurden von dort 1941 deportiert. Sie überlebten den Holocaust nicht.
Aus den ursprünglich geplanten zwei Besuchstagen in Bingen wurden schließlich fünf, da die Gäste nicht erwartet hatten, mit so vielen Informationen und Nachweisen zur eigenen Familiengeschichte versorgt zu werden. Etwas wehmütig entzündeten die Nachkommen ihre aus Israel mitgebrachten Grableuchten im Ende der 30er Jahre belegten Friedhofsteil. Wie in vergleichbaren Fällen auch konnte das Grab von Moritz Winkelstein bis heute nicht lokalisiert werden, da vermutlich während des Krieges für Juden keine Grabsteine besorgt werden konnten.

Nina und Eliezer Naiman

Nina und Eliezer Naiman aus Israel mit Tochter und Neffe, Nachkommen der Familie Bermann, besuchten die Gräber auf dem Binger jüdischen Friedhof.
Siehe Bericht "Den Vorfahren auf der Spur" von Beate Goetz