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Verlegung Stolpersteine im Jahr 2007

Bingerbrück:
Herz; Hermann und Selma
Löwenstein; Harry
Schloßstraße 2

Bingen-Innenstadt:
Marx; Josefine, Arthur
Gaustraße 42
Gross; Karl, Agnes, Bertha
Gaustraße 11
Marx; Arthur, Irma, Gisela, Doris
Schmittstr. 33
Bär; Walter, Frieda, Mathilde
Amtstraße 13
Steinberg; Paul und Paula
Speisemarkt 14
Koppel; Karl, Herta, Kurt
Rochusstraße 10
Lebrecht; Edith
Mariahilfstraße 8
Nathan; Moritz und Rosalie
Am Burggraben 1

 

 

2007: Spur der Steine wächst - Gedenken an ermordete Juden

Text: Beate Goetz

"Die Stolpersteinverlegung hat viel mit einer Beerdigung gemeinsam", schrieb kürzlich Dr. Ruth Formanek, geborene Löwenstein, aus New York an den Arbeitskreis Jüdisches Bingen. Zusammen mit mehreren Angehörigen finanziert sie fünf der diesjährigen „Stolpersteine" für Holocaustopfer aus ihrer eigenen Familie. Die Beerdigung ist eine Möglichkeit, Abschied zu nehmen von einem geliebten Menschen, das Grab ein Ort, an den man zurückkehren kann, um des Verstorbenen zu gedenken. - Beides blieb den jüdischen Überlebenden, die Deutschland und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft rechtzeitig entkommen konnten, im Hinblick auf ihre Verwandten verwehrt. Diese wurden in Vernichtungslagern ermordet oder waren den unmenschlichen Bedingungen, die dort herrschten, nicht gewachsen.

Seit den 90er Jahren erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig in vielen europäischen Städten durch kleine, mit gravierten Messingplatten versehene Betonsteine an Opfer des Holocaust. Da die Steine im Gehweg vor den ehemaligen Wohnungen oder Parzellen der Opfer verlegt werden, kehren die Bürger und Nachbarn im übertragenen Sinne an den Ort zurück, von dem sie einst gewaltsam vertrieben wurden.

Dank zahlreicher Sponsoren kann der Arbeitskreis Jüdisches Bingen, dem die vorbereitenden Arbeiten übertragen wurden, zur Verlegung von 23 weiteren Stolpersteinen einladen. Gunter Demnig wird die Steine selbst verlegen. Zum ersten Mal werden Angehörige der Opfer aus den USA, aus Schweden, England und von den Bermudas diesem Akt beiwohnen. Sie nehmen dieses für sie bewegende Ereignis zum Anlass, am Geburts- oder Wohnort der Vorfahren auf Spurensuche zu gehen. Nach Abschluss der diesjährigen Verlegeaktion wird die „Spur der Stolpersteine" in Bingen auf 32 angewachsen sein. Die Steine bezeugen eindrücklich, wo überall in der Stadt jüdische Familien lebten -besser als jedes andere Mahnmal es vermögen würde. Alte Adressbücher aus den 20er und 30er Jahren geben zudem Auskunft über den immensen Wirtschaftsfaktor, den jüdische Firmen für die Kommune darstellten.

23 weitere "Stolpersteine" wurden am Montag, 4. Juni 2007, in Bingen verlegt. Beginn der Aktion mit dem Künstler Gunter Demnig, an der auch Angehörige und Stein-Stifter aus dem In- und Ausland teilnahmen, war um 9 Uhr in der Schloßstrasse 2 (Bingerbrück).
Die Reihenfolge der Verlegungen in der Innenstadt war wie folgt:
Gaustraße 42
Gaustraße 11
Schmittstraße 33
Amtstraße 13
Am Speisemarkt 14
Rochusstraße 10
Mariahilfstrasse 8
Am Burggraben 1
Die angegebenen Hausnummern beziehen sich auf die Nummerierung nach 1936

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